Entspannter Advent mit Kindern

Wenn Kinder vor Weihnachten völlig aufgedreht sind: 7 Dinge, die wirklich Ruhe bringen

Vorfreude, Lichter, Termine, Geschenke und jeden Tag etwas Neues.
Die Weihnachtszeit kann wunderschön sein.
Für Kinder kann sie aber auch ganz schön viel werden.

Vielleicht kennst du das.
Eigentlich möchtest du mit deinem Kind eine gemütliche Adventszeit erleben.
Doch je näher Weihnachten kommt, desto weniger gemütlich fühlt es sich an.

Dein Kind rennt durch die Wohnung.
Es fragt zum zwanzigsten Mal, wie lange es noch bis Weihnachten dauert.
Beim kleinsten Anlass entstehen Diskussionen.
Am Abend liegt es müde im Bett und ist trotzdem plötzlich wieder hellwach.

Wenn dein Kind vor Weihnachten aufgedreht ist, braucht es nicht automatisch noch eine Beschäftigung.
Oft sind weniger Reize, ausreichend Bewegung, vertraute Abläufe und kleine Ruheinseln viel hilfreicher.

Der Dezember ist für Kinder eine außergewöhnliche Zeit.
An vielen Tagen passiert etwas, das sonst nicht zum Alltag gehört.

Da ist der Adventskalender.
Dann kommt Nikolaus.
Im Kindergarten oder in der Schule wird gebastelt, gesungen und gefeiert.
Vielleicht findet eine Weihnachtsfeier statt.
Am Wochenende geht es auf den Weihnachtsmarkt.
Zu Hause stehen plötzlich Lichter, Sterne und ein Adventskranz.
Und irgendwo wartet die große Frage, was wohl unter dem Weihnachtsbaum liegen wird.

Gleichzeitig läuft der ganz normale Alltag weiter.
Kindergarten.
Schule.
Hausaufgaben.
Freunde.
Termine.
Müdigkeit.

Manche Kinder reagieren auf diese Mischung mit Rückzug.
Andere werden gerade dann besonders laut, wild, albern oder reizbar.

Deshalb geht es in diesem Artikel nicht darum, dein Kind möglichst schnell ruhigzustellen.
Es geht auch nicht darum, die Vorfreude aus Weihnachten herauszunehmen.

Dein Kind darf aufgeregt sein.
Es darf Weihnachten kaum erwarten können.
Und trotzdem kannst du ihm helfen, zwischen all diesen aufregenden Momenten wieder kleine Inseln zu finden, in denen für eine Weile weniger passiert.

Warum Kinder vor Weihnachten oft besonders aufgedreht sind

Vorfreude fühlt sich nicht automatisch ruhig an.

Ein Kind kann sich unglaublich auf Weihnachten freuen und gleichzeitig Schwierigkeiten damit haben, diese Spannung zu regulieren.

Der Kopf ist voller Gedanken.
Der Körper möchte sich bewegen.
Das Warten fällt schwer.
Und immer wieder taucht etwas auf, das die Vorfreude erneut anfeuert.

Erwachsene können drei Wochen bis Weihnachten ziemlich gut einordnen.
Für ein Kind kann sich dieselbe Zeit sehr lang anfühlen.

Der Adventskalender macht das Warten zwar sichtbar.
Er erinnert aber gleichzeitig jeden Morgen daran, dass das große Ereignis noch vor einem liegt.

Dann kommen ständig neue Fragen hinzu.
Wann kommt der Nikolaus?
Wann stellen wir den Weihnachtsbaum auf?
Wann kommen Oma und Opa?
Was bekomme ich?
Wann darf ich die Geschenke öffnen?

Für ein Kind kann diese Mischung aus Freude, Erwartung, Müdigkeit und vielen Veränderungen irgendwann einfach zu viel werden.

Aufgedreht kann auch müde bedeuten

Ein müdes Kind sitzt nicht unbedingt still auf dem Sofa und erklärt, dass es jetzt eine Pause benötigt.

Manche Kinder werden am Ende eines vollen Tages besonders albern.
Andere fangen wegen Kleinigkeiten Streit an.
Wieder andere rennen herum, obwohl sie eigentlich längst erschöpft wirken.

Bevor du die nächste Beschäftigung anbietest, kann deshalb eine einfache Frage helfen:
Braucht mein Kind gerade wirklich mehr zu tun – oder eigentlich weniger?

Woran du erkennst, ob es noch Vorfreude oder schon zu viel ist

Nicht jedes hüpfende, lachende oder ungeduldige Kind ist überfordert.

Weihnachten darf aufregend sein.
Kinder müssen nicht den ganzen Dezember in besinnlicher Stille verbringen.

Interessant wird es eher dann, wenn du merkst, dass dein Kind über mehrere Tage deutlich schneller an seine Grenzen kommt als sonst.

Es reagiert ungewöhnlich schnell gereizt.

Kleine Enttäuschungen führen immer wieder zu großen Gefühlsausbrüchen.

Es wirkt gleichzeitig müde und rastlos.

Das Einschlafen fällt deutlich schwerer als gewöhnlich.

Nach Weihnachtsfeiern, Besuchen oder anderen besonderen Aktivitäten braucht es sehr lange, um wieder in seinen normalen Rhythmus zu finden.

Es sagt vielleicht selbst, dass es keine Lust mehr hat, obwohl eigentlich etwas Schönes geplant war.

Solche Beobachtungen sind keine Diagnose.
Sie können dir aber zeigen, dass dein Kind gerade eher Entlastung als das nächste Highlight braucht.

1. Mach den Advent nicht jeden Tag zu einem Ereignis

In der Weihnachtszeit entsteht schnell das Gefühl, jeder Dezembertag müsse besonders sein.

Plätzchen backen.
Weihnachtsmarkt.
Basteln.
Adventskino.
Nikolausveranstaltung.
Lichterspaziergang.
Familienbesuch.
Weihnachtsfeier.

Jede einzelne Aktivität kann wunderschön sein.
Viele davon direkt hintereinander lassen aber kaum Zeit für einen ganz normalen Nachmittag.

Genau diese normalen Nachmittage sind im Dezember wertvoll.

Dein Kind kommt aus Kindergarten oder Schule nach Hause.
Es gibt einen Snack.
Vielleicht werden Hausaufgaben erledigt.
Danach darf einfach gespielt werden.

Kein zusätzliches Adventsprojekt.
Kein Basteln, weil man im Advent eben bastelt.
Kein Programmpunkt nur deshalb, weil noch eine schöne Idee auf deiner Liste steht.

Ein ruhiger Advent entsteht nicht dadurch, dass du besonders viele ruhige Aktivitäten organisierst.
Manchmal entsteht er dadurch, dass du einfach etwas weglässt.

Das gilt übrigens auch für den Adventskalender.

Er muss nicht jeden Tag eine Aktivität enthalten.
Ein Kalender, bei dem hinter jedem Türchen ein Ausflug, eine Bastelidee oder eine gemeinsame Aufgabe steckt, kann aus einer schönen Tradition schnell einen weiteren Terminplan machen.

Ein Stück Schokolade, ein kleiner Zettel oder ein ganz gewöhnliches Türchen darf vollkommen reichen.

2. Lass überschüssige Energie zuerst raus

Wenn dein Kind gerade durch die Wohnung springt, ist „Setz dich hin und beruhige dich“ häufig keine besonders realistische Erwartung.

Manchmal braucht der Körper zunächst Bewegung, bevor ein ruhigerer Übergang überhaupt möglich wird.

Du musst daraus kein Sportprogramm machen.
Es geht auch nicht darum, dein Kind möglichst müde zu machen.

Ein paar Minuten bewusste Bewegung können schon ausreichen, damit aus chaotischem Herumrennen etwas Gezielteres wird.

Die kleine Weihnachts-Yoga-Pause

Der Weihnachtsbaum
Dein Kind steht mit beiden Füßen fest auf dem Boden.
Dann wächst es langsam nach oben.
Die Arme werden zu großen Ästen.
Wer möchte, stellt vorsichtig einen Fuß an den Knöchel und probiert für einen kurzen Moment das Gleichgewicht aus.

Das Rentier
Jetzt darf Bewegung hinein.
Dein Kind läuft oder trabt einige Male durch den Raum.
Dann bleibt es plötzlich stehen und lauscht ganz genau.
Ist irgendwo ein Glöckchen zu hören?

Der Schneestern
Arme und Beine werden weit ausgestreckt.
Der ganze Körper wird groß.
Danach macht sich dein Kind ganz langsam klein und rund.

Der stille Tannenwald
Zum Schluss stehen alle ganz ruhig.
Die Füße spüren den Boden.
Die Schultern dürfen sinken.
Drei ganz normale Atemzüge reichen.

Der entscheidende Punkt ist der Übergang.
Dein Kind muss nicht von wildem Herumrennen innerhalb einer Sekunde in völlige Stille wechseln.

Erst darf Bewegung stattfinden.
Dann wird sie langsamer.
Danach entsteht ein kurzer ruhiger Moment.

Für kleine Energiebündel

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Wenn gerade vor allem der Übergang von Schule zu Hausaufgaben schwierig ist, findest du zusätzlich in meinem Artikel Kinderyoga vor den Hausaufgaben: Übungen für mehr Ruhe und Konzentration passende Ideen für diesen speziellen Moment.

3. Schaffe jeden Tag eine reizärmere Zeit

Weihnachten ist voller Reize.

Lichter blinken.
Musik läuft.
Menschen sprechen durcheinander.
Geschäfte sind voll.
Zu Hause sieht plötzlich vieles anders aus als sonst.

Für Erwachsene gehört genau das oft zur Weihnachtsstimmung.
Für ein Kind kann dieselbe Mischung irgendwann einfach zu viel sein.

Eine reizärmere Zeit bedeutet nicht, dass ihr jeden Nachmittag schweigend in einem dunklen Zimmer sitzen müsst.

Es reicht, einige Dinge für eine Weile bewusst herunterzufahren.

Fernseher und Tablet bleiben für eine Weile aus.

Die Weihnachtsmusik macht Pause.

Blinkende Lichter müssen nicht den ganzen Nachmittag eingeschaltet sein.

Es gibt keine neue Bastelidee und kein weiteres Programm.

Dein Kind darf lesen, bauen, malen, kuscheln oder einfach in deiner Nähe sein.

Besonders gut kann eine solche Phase am späten Nachmittag funktionieren.

Der Schultag oder Kindergartentag ist vorbei.
Der Abend hat noch nicht begonnen.
Genau da entsteht ein kleiner Zwischenraum.

Du musst diesen Zwischenraum nicht füllen.

4. Verwandle ruhiges Atmen in ein Weihnachtsspiel

Viele Kinder haben wenig Lust darauf, sich hinzusetzen und auf Kommando eine Atemübung zu machen.

Das müssen sie auch nicht.

Ein ruhiger Atem lässt sich viel leichter in ein kleines Bild oder Spiel verpacken.

Die Weihnachtskerze

Stellt euch vor, vor euch brennt eine kleine Kerze.

Atmet ganz normal durch die Nase ein.

Dann pustet ihr langsam aus.

Aber nicht so stark, dass die gedachte Kerze ausgeht.

Die Flamme soll nur ein wenig hin und her tanzen.
Zwei oder drei Atemzüge reichen.

Die Schneeflocke

Dein Kind hält eine Hand vor sich.

Stellt euch vor, darauf liegt eine federleichte Schneeflocke.

Beim Ausatmen wird sie ganz langsam von der Hand gepustet.

Je langsamer sie fliegt, desto besser.

Mehr braucht es nicht.

Wenn dein Kind nicht mitmachen möchte, kannst du selbst anfangen.
Vielleicht macht es irgendwann mit.
Vielleicht auch nicht.

Eine Ruheübung verliert schnell ihren Sinn, wenn daraus ein Kampf um das richtige Mitmachen entsteht.

5. Lass Fantasiereisen zu kleinen Adventspausen werden

Manche Kinder finden über Geschichten leichter in einen ruhigen Moment als über direkte Entspannungsübungen.

Sie möchten vielleicht nicht hören, dass sie sich jetzt entspannen sollen.

Aber sie lassen sich gerne erzählen, wie sie durch einen verschneiten Wald gehen, einen leuchtenden Stern entdecken oder in einer kleinen Hütte am Kamin sitzen.

Genau darin liegt der Vorteil einer Fantasiereise.

Dein Kind muss nichts erreichen.
Es muss keine Haltung perfekt ausführen.
Es muss keine richtige Antwort geben.

Es darf einfach einer Geschichte folgen.

Eine kleine Winterreise zum Ausprobieren

Mach es dir gemütlich.

Du kannst sitzen oder liegen.

Stell dir vor, draußen beginnt es ganz leise zu schneien.

Eine Schneeflocke nach der anderen sinkt langsam vom Himmel.

Keine Flocke hat es eilig.

Du streckst deine Hand aus.

Eine kleine Schneeflocke landet mitten auf deiner Handfläche.

Du schaust sie an.

Ganz still liegt sie dort.

Du atmest langsam ein.

Und wieder aus.

Dann hebt ein ganz leichter Wind die Schneeflocke wieder an.

Sie fliegt davon.
Und um dich herum wird alles für einen Moment ein kleines bisschen leiser.

Du brauchst dafür keine zwanzigminütige Geschichte.

Gerade bei jüngeren oder sehr aufgedrehten Kindern kann eine kurze Fantasiereise wirkungsvoller in den Alltag passen als eine lange Geschichte, bei der irgendwann nur noch das Ende erwartet wird.

Für kleine Träumer

Zauberreisen für kleine Herzen

Wenn dein Kind Geschichten liebt, findest du in meinem E-Book „Zauberreisen für kleine Herzen“ weitere Fantasiereisen mit sanften Kinderyoga-Elementen.
Sie eignen sich für ruhige Nachmittage, kleine Pausen und gemeinsame Abendrituale.

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6. Halte die Abendroutine so normal wie möglich

Gerade weil im Advent vieles außergewöhnlich ist, können vertraute Abläufe besonders wertvoll werden.

Wenn jeden Abend noch etwas Besonderes passiert, bleibt die Spannung bis zum Schlafengehen hoch.

Hier noch eine Weihnachtsgeschichte.
Dort noch ein Adventsfilm.
Dann muss unbedingt noch etwas gebastelt werden.
Und kurz vor dem Zubettgehen fällt jemandem ein, dass morgen das Wichtelgeschenk vorbereitet werden muss.

Für Erwachsene klingt das nach Weihnachtszauber.
Für ein müdes Kind kann es bedeuten, dass der Tag einfach nicht endet.

Deshalb darf die Abendroutine im Advent erstaunlich unspektakulär bleiben.

Zähneputzen.
Schlafanzug.
Vorlesen.
Kuscheln.
Licht aus.

Ein ganz gewöhnlicher Abend kann mitten im Dezember genau das sein, was dein Kind braucht.

Wenn dein Kind im Bett plötzlich wieder hellwach ist

Versuche nicht automatisch, noch mehr Weihnachtszauber hinzuzufügen.

Manchmal hilft genau das Gegenteil.

Wenig Licht.
Wenig neue Reize.
Eine vertraute Geschichte.
Ein ruhiger Moment.
Und möglichst wenig zusätzliche Aufregung.

Wenn unruhige Abende bei euch unabhängig von Weihnachten häufiger vorkommen, lies auch meinen ausführlichen Ratgeber Dein Kind kommt abends nicht zur Ruhe? Warum Vorlesen allein manchmal nicht reicht.
Dort geht es speziell um den Übergang vom aktiven Tag ins Bett.

7. Nimm den Druck aus der perfekten Weihnachtszeit

Kinder erleben nicht nur ihre eigene Aufregung.

Sie bekommen auch mit, wenn Erwachsene im Dezember ständig etwas erledigen müssen.

Geschenke besorgen.
Einkaufen.
Backen.
Dekorieren.
Termine koordinieren.
Familienbesuche planen.
Pakete abholen.
Noch schnell etwas bestellen.

Wenn zusätzlich der Anspruch entsteht, jeden Adventsmoment besonders schön zu gestalten, wird Weihnachten schnell zu einem Projekt.

Dann soll das Plätzchenbacken harmonisch sein.
Der Weihnachtsmarkt soll magisch sein.
Die Kinder sollen beim Basteln begeistert sein.
Und am Ende sollen alle zufrieden vor dem geschmückten Baum sitzen.

Familienleben funktioniert aber auch im Dezember nicht nach einem Weihnachtsfilm.

Ein Kind hat beim Plätzchenbacken nach zehn Minuten keine Lust mehr.
Ein anderes weint auf dem Weihnachtsmarkt, weil ihm kalt ist.
Geschwister streiten um dieselbe Ausstechform.
Und manchmal möchte niemand das liebevoll vorbereitete Adventsritual machen.

Das macht Weihnachten nicht kaputt.

Kinder erinnern sich später wahrscheinlich nicht daran, ob an jedem Nachmittag ein perfekt vorbereitetes Ritual stattgefunden hat.

Sie erinnern sich eher an einzelne Momente.

An den Duft der Plätzchen.
An das warme Licht im Wohnzimmer.
An eine Geschichte unter der Decke.
An einen Spaziergang im Dunkeln.
An gemeinsames Lachen.
Und vielleicht daran, dass nicht ständig etwas passieren musste.

Vielleicht ist die schönste Adventsfrage deshalb nicht:
„Was machen wir heute noch?“

Sondern:
„Was können wir heute weglassen?“

Wenn dein Kind JETZT völlig aufgedreht ist: der 10-Minuten-Adventsplan

Manchmal brauchst du keine Theorie und keinen perfekten Tagesplan.

Du brauchst etwas für genau den Moment, in dem dein Kind gerade durchs Wohnzimmer rast und du merkst, dass die Stimmung gleich kippt.

Minute 1 bis 3: Bewegung
Lass dein Kind sich bewegen.
Es darf hüpfen, ausschütteln, durch den Raum laufen oder die Weihnachts-Yoga-Pause aus diesem Artikel ausprobieren.

Minute 4: Trinken
Trinkt gemeinsam etwas.
Es muss kein besonderes Weihnachtsgetränk sein.

Minute 5 bis 6: Reize herunterfahren
Geht an einen ruhigeren Ort.
Bildschirm und Musik bleiben aus.
Du musst dein Kind nicht auffordern, völlig still zu sitzen.

Minute 7: Weihnachtskerze
Probiert zwei oder drei langsame Kerzen-Atemzüge.
Wenn dein Kind nicht mitmacht, machst du sie einfach selbst.

Minute 8 bis 10: eine ruhige Geschichte
Lies ein paar Seiten aus einem vertrauten Buch oder erzähle die kleine Winterreise aus diesem Artikel.

Danach muss nicht automatisch die nächste Beschäftigung folgen.
Beobachte, ob dein Kind spielen, kuscheln, erzählen oder einfach noch etwas bei dir bleiben möchte.

Dieser Plan ist keine feste Vorschrift.

Manche Kinder brauchen länger Bewegung.
Andere möchten sofort auf das Sofa.
Und wieder andere sind nach drei Minuten schon mit etwas ganz anderem beschäftigt.

Dann darfst du aufhören.

Was bei einem überdrehten Kind häufig nicht hilft

Wenn alle Nerven bereits angespannt sind, rutschen schnell Sätze heraus, die verständlich sind, aber selten viel verändern.

„Jetzt beruhige dich endlich.“
Dein Kind weiß dadurch noch nicht, wie es aus seiner Aufregung herauskommen soll.

Noch fünf neue Beschäftigungen anbieten.
Wenn bereits zu viel passiert ist, kann ein zusätzliches Angebot noch mehr Unruhe hineinbringen.

Ruhe als Strafe einsetzen.
Eine Ruheinsel sollte möglichst kein Ort sein, an den dein Kind geschickt wird, weil es „zu wild“ war.

Zu viel erklären.
In einem sehr aufgedrehten Moment sind wenige klare Worte oft leichter aufzunehmen als eine lange Diskussion.

Auf eine bestimmte Entspannungsmethode bestehen.
Wenn dein Kind heute keine Fantasiereise hören möchte, ist das in Ordnung.
Vielleicht braucht es heute Bewegung und morgen eine Geschichte.

Was Kindergartenkinder und Schulkinder unterschiedlich brauchen können

Ein Vierjähriger erlebt die Adventszeit anders als ein Zehnjähriger.

Deshalb muss auch Ruhe nicht bei jedem Kind gleich aussehen.

Kindergartenalter

Kurze Übergänge funktionieren häufig besser als lange Erklärungen.
Eine Yogafigur, ein kleines Atemspiel oder zwei Minuten Fantasiereise können schon reichen.
Wiederholungen sind vollkommen in Ordnung.
Dein Kind braucht nicht jeden Tag eine neue Weihnachtsidee.

Grundschulalter

Schulkinder können stärker mitentscheiden.
Du kannst zwei Möglichkeiten anbieten.
Zum Beispiel fünf Minuten Bewegung oder eine kurze Geschichte.
Auch ein ruhiger Rückzug mit einem Buch kann bereits eine gute Pause sein.

Ältere Kinder reagieren außerdem manchmal empfindlich auf alles, was zu kindlich präsentiert wird.

Dann muss die Schneeflockenreise nicht „Entspannungsübung“ heißen.

Vielleicht reicht es zu sagen:
„Willst du dich fünf Minuten mit mir aufs Sofa setzen?“

Und was hilft am Heiligabend?

Heiligabend ist für viele Kinder einer der aufregendsten Tage des Jahres.

Erwarte deshalb nicht dieselbe Ruhe wie an einem gewöhnlichen Sonntag.

Ein bisschen Aufregung gehört dazu.

Hilfreich kann aber sein, den Tag nicht schon morgens mit Dauerprogramm zu beginnen.

Ein Spaziergang.
Freies Spiel.
Etwas Bewegung.
Eine normale Mahlzeit.
Und zwischendurch ein ruhiger Moment.

Je nach Alter kannst du deinem Kind außerdem erzählen, wie der Tag ungefähr ablaufen wird.

Wann ungefähr gegessen wird.
Wann Besuch kommt.
Wann ihr euch umzieht.
Und welche Stationen der Tag hat.

Nicht jedes Detail muss eine Überraschung sein.

Ein wenig Orientierung kann gerade an einem außergewöhnlichen Tag guttun.

Eine kleine Ruheinsel vor der Bescherung

Du brauchst dafür kein neues Ritual.

Vielleicht geht ihr zehn Minuten nach draußen.

Vielleicht kuschelt ihr euch gemeinsam aufs Sofa.

Vielleicht hört dein Kind einfach noch einmal dieselbe vertraute Geschichte, die es schon hundertmal gehört hat.

Auch Eltern dürfen im Advent weniger machen

Es ist schwierig, Ruhe vorzuleben, wenn man selbst innerlich bereits die nächsten fünf Aufgaben durchgeht.

Das bedeutet nicht, dass du im Dezember vollkommen entspannt sein musst.

Du darfst gestresst sein.
Du darfst Termine haben.
Du darfst Weihnachten manchmal anstrengend finden.

Vielleicht hilft es aber, auch für dich eine Sache zu streichen.

Nicht fünf Sorten Plätzchen.
Vielleicht zwei.

Nicht drei Weihnachtsmärkte.
Vielleicht einer.

Nicht jedes Geschenk muss perfekt inszeniert sein.

Wenn weniger erledigt werden muss, entsteht oft genau der Raum, in dem gemeinsame Zeit überhaupt erst möglich wird.

Häufige Fragen zu aufgedrehten Kindern vor Weihnachten

Warum ist mein Kind im Advent plötzlich so wild?

Im Dezember kommen häufig besonders viele Eindrücke, Termine und Erwartungen zusammen.
Auch starke Vorfreude und Müdigkeit können sich bei Kindern als Unruhe, Albernheit oder Gereiztheit zeigen.
Entscheidend ist deshalb weniger ein einzelner wilder Moment als die Frage, wie dein Kind insgesamt durch die Tage kommt.

Soll ich Weihnachtsaktivitäten komplett streichen?

Nein.
Es geht nicht darum, Weihnachtsfreude zu vermeiden.
Oft reicht es, zwischen besonderen Aktivitäten wieder ganz gewöhnliche Tage und ruhigere Zeiten einzuplanen.
Nicht jeder freie Nachmittag braucht ein Adventsprogramm.

Kann Kinderyoga bei innerer Unruhe sinnvoll sein?

Kinderyoga kann spielerische Bewegung mit Körperwahrnehmung und ruhigeren Momenten verbinden.
Gerade für Kinder, denen sofortiges Stillsitzen schwerfällt, kann der Übergang von Bewegung zu langsameren Übungen angenehmer sein.
Es soll jedoch kein weiteres Pflichtprogramm werden.

Ab welchem Alter eignen sich Fantasiereisen?

Das hängt stark vom Kind und von der Länge der Geschichte ab.
Jüngere Kinder kommen häufig mit sehr kurzen und einfachen Bildern besser zurecht.
Ältere Kinder können längeren Geschichten folgen und eigene innere Bilder entwickeln.
Wenn dein Kind nach wenigen Minuten unruhig wird, darf die Reise einfach kürzer sein.

Was mache ich, wenn mein Kind überhaupt nicht entspannen möchte?

Dann muss es nicht entspannen.
Entspannung lässt sich nicht erzwingen.
Biete einen ruhigeren Rahmen an und beobachte, was dein Kind annimmt.
Vielleicht möchte es heute noch Bewegung.
Vielleicht möchte es malen.
Vielleicht will es einfach nur neben dir sitzen.

Was hilft, wenn mein Kind vor Weihnachten schlecht einschläft?

Eine möglichst vertraute Abendroutine und weniger aufregende Aktivitäten direkt vor dem Schlafengehen können einen ruhigeren Übergang unterstützen.
Auch eine kurze Fantasiereise oder ein vertrautes Buch kann Teil des Abendrituals sein.
Wenn Schlafprobleme deutlich ausgeprägt sind oder länger anhalten, solltest du sie unabhängig von der Weihnachtszeit genauer abklären lassen.

Muss mein Kind jeden Tag eine Ruhepause machen?

Nein.
Eine Ruheinsel ist ein Angebot und kein weiterer Punkt auf einer täglichen To-do-Liste.
An manchen Tagen spielt dein Kind nach der Schule stundenlang zufrieden.
Dann musst du nicht zusätzlich eine Entspannungseinheit einbauen, nur weil Dezember ist.

Fazit: Dein Kind braucht im Advent nicht noch mehr Weihnachtsprogramm

Weihnachtszeit und Ruhe passen nicht automatisch zusammen.

Für Kinder ist der Advent häufig eine Mischung aus Vorfreude, Spannung, vielen neuen Eindrücken und einem Alltag, der trotzdem weiterläuft.

Wenn dein Kind dadurch aufgedreht wird, musst du nicht sofort ein neues Entspannungsprogramm organisieren.

Oft helfen kleine Veränderungen.

Weniger Termine.
Mehr freie Zeit.
Bewegung.
Reizärmere Momente.
Ein ruhiger Atem.
Eine Geschichte.
Und vertraute Abläufe.

Du musst dabei nicht jede Aufregung aus Weihnachten herausnehmen.

Kinder dürfen sich freuen.
Sie dürfen ungeduldig sein.
Sie dürfen herumhüpfen.
Sie dürfen hundert Fragen stellen.

Und gleichzeitig dürfen zwischen all diesen aufregenden Momenten kleine Inseln entstehen, auf denen für eine Weile nichts Besonderes passieren muss.

Zwei Wege zu kleinen Ruheinseln

Was passt gerade besser zu deinem Kind?

Dein Kind möchte sich bewegen?
Dann findest du im Kinderyoga-E-Book spielerische Yogaübungen, Atemspiele, Yoga-Abenteuer und kleine Ruheideen.

Dein Kind liebt Geschichten und kommt über Fantasie leichter zur Ruhe?
Dann sind die „Zauberreisen für kleine Herzen“ die passendere Wahl.

Dieser Artikel enthält allgemeine Anregungen für den Familienalltag und ersetzt keine medizinische, psychologische oder pädagogische Beratung.
Wenn dein Kind über längere Zeit sehr unruhig ist, deutlich unter Schlafproblemen leidet oder sich sein Verhalten stark verändert, wende dich bitte an eine geeignete Fachperson.

M
Miriam von Body Soul Power

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