Warum wir im Herbst ständig müde sind: 11 Dinge, die jetzt wirklich helfen
Morgens kommst du kaum aus dem Bett, am Nachmittag würdest du am liebsten schon wieder schlafen und abends ist die Energie endgültig weg?
Wenn die Tage kürzer werden, fühlen sich viele Menschen plötzlich müder, träger und weniger konzentriert.
Aber warum passiert das eigentlich? Liegt es wirklich nur am fehlenden Sonnenlicht? Brauchen wir im Herbst mehr Vitamin D? Und was kannst du tun, wenn Kaffee längst nicht mehr reicht?
Schauen wir uns an, was hinter der typischen Herbstmüdigkeit stecken kann und welche 11 Dinge jetzt tatsächlich sinnvoll sind.
Der Herbst verändert nicht nur das Wetter.
Wir stehen häufiger im Dunkeln auf, verbringen mehr Zeit in Innenräumen, bewegen uns oft weniger und bekommen wesentlich weniger Tageslicht als im Sommer.
Gleichzeitig ändern sich bei vielen Menschen Schlafrhythmus, Essgewohnheiten und Freizeitverhalten.
All das kann beeinflussen, wie wach und leistungsfähig wir uns fühlen.
„Herbstmüdigkeit“ ist keine medizinische Diagnose. Starke oder über längere Zeit anhaltende Müdigkeit sollte deshalb nicht einfach auf die Jahreszeit geschoben werden. Dahinter können auch körperliche oder psychische Ursachen stecken.
Warum fühlen wir uns im Herbst überhaupt müder?
Ein wichtiger Faktor ist unser Schlaf-Wach-Rhythmus.
Unser Körper besitzt eine innere Uhr. Sie steuert unter anderem Schlaf, Wachheit, Körpertemperatur, Aufmerksamkeit und verschiedene hormonelle Prozesse.
Einer der wichtigsten äußeren Zeitgeber für diese innere Uhr ist Licht.
Und davon bekommen viele Menschen im Herbst deutlich weniger.
Im Sommer sieht unser Alltag vielleicht so aus:
Wir wachen bei Tageslicht auf, fahren im Hellen zur Arbeit, verbringen die Mittagspause draußen und selbst am Abend scheint noch Licht durchs Fenster.
Im November dagegen:
Im Dunkeln aufstehen. Im Auto oder in der Bahn sitzen. Den Tag im Gebäude verbringen. Im Dunkeln wieder nach Hause.
Das ist ein ziemlich großer Unterschied.
Deshalb beginnen wir bei einem der einfachsten Dinge überhaupt.
1Morgens möglichst früh Tageslicht bekommen
Wenn du nur eine Sache aus diesem Artikel ausprobieren möchtest, dann diese:
Mach deinen Morgen heller.
Öffne Vorhänge und Rollläden direkt nach dem Aufstehen und versuche, möglichst früh zumindest für kurze Zeit nach draußen zu gehen.
Du musst dafür keinen einstündigen Morgenspaziergang einplanen.
Realistischer sind:
- fünf bis zehn Minuten um den Block gehen
- zu Fuß Brötchen holen
- eine Haltestelle früher aussteigen
- vor Arbeitsbeginn kurz draußen sein
- den ersten Kaffee auf Balkon oder Terrasse trinken
- mit dem Hund eine etwas längere Morgenrunde drehen
Selbst ein bewölkter Herbstmorgen ist draußen normalerweise deutlich heller als ein durchschnittlich beleuchteter Innenraum.
Nicht „Ab morgen gehe ich jeden Morgen eine Stunde spazieren“, sondern: „Nach meinem ersten Kaffee gehe ich zehn Minuten raus.“
2Mach den Tag heller und den Abend ruhiger
Beim Thema Schlaf hören wir meistens nur etwas über den Abend:
- Licht reduzieren
- Handy weglegen
- Bildschirmzeit begrenzen
- Wohnung gemütlicher beleuchten
Das ist sinnvoll.
Aber wir vergessen dabei häufig die andere Hälfte der Gleichung:
Tagsüber braucht der Körper auch ein deutliches Signal, dass Tag ist.
Wenn wir den gesamten Tag in mäßig beleuchteten Innenräumen verbringen und dafür abends bis kurz vor dem Einschlafen auf helle Displays schauen, wird der Unterschied zwischen Tag und Nacht kleiner.
☀️ morgens Licht suchen
🍁 mittags kurz nach draußen
🌆 am späten Abend Licht reduzieren
🌙 vor dem Schlafen Ruhe einkehren lassen
3Tageslichtlampe: sinnvoll oder nur Herbst-Hype?
Spätestens im Oktober stehen Tageslichtlampen wieder überall in den Shops.
Grundsätzlich kann helles Licht gerade an dunklen Morgen interessant sein.
Aber:
Nicht jede Lampe mit dem Begriff „Tageslicht“ ist eine Lichttherapielampe.
Bei einer therapeutischen Anwendung spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
- Lichtstärke in Lux
- Abstand zur Lampe
- Dauer der Anwendung
- Zeitpunkt der Anwendung
- Größe der Lichtfläche
- UV-Filterung
Bei Depressionen mit saisonalem Muster wird Lichttherapie auch medizinisch eingesetzt.
Daraus folgt aber nicht, dass jeder müde Mensch im November eine medizinische Lichttherapie benötigt.
Worauf ich beim Kauf einer Tageslichtlampe achten würde
Schau nicht nur auf die größte Lux-Zahl in der Produktbeschreibung.
Entscheidend ist auch, bei welchem Abstand diese Lichtstärke tatsächlich erreicht wird.
Achte deshalb auf:
- klare Angaben zur Lichtstärke
- Angaben zum empfohlenen Abstand
- UV-freies beziehungsweise UV-gefiltertes Licht
- eine ausreichend große Lichtfläche
- verständliche Empfehlungen zur Nutzungsdauer
4Nutze die Mittagspause als Lichtpause
Das größte Problem im Herbst ist häufig nicht, dass wir morgens nicht eine Stunde spazieren gehen.
Das Problem ist:
Wir gehen überhaupt kaum noch raus.
Wohnung.
Auto.
Büro.
Supermarkt.
Auto.
Wohnung.
Wenn du morgens im Dunkeln losfährst und abends im Dunkeln zurückkommst, ist die Mittagszeit möglicherweise dein bestes Tageslichtfenster.
Nutze wenigstens zehn oder zwanzig Minuten davon.
Jacke anziehen. Einmal um den Block. Wieder rein. Fertig. Es muss daraus kein neues Fitnessprojekt werden.
5Beweg dich, gerade wenn du keine Lust darauf hast
Müdigkeit erzeugt einen ziemlich ungünstigen Kreislauf.
Wir fühlen uns müde, deshalb bewegen wir uns weniger.
Wir verbringen noch mehr Zeit sitzend und drinnen und fühlen uns dadurch häufig noch träger.
Dafür brauchst du kein extremes Training.
Versuch lieber:
- 15 Minuten zügig gehen
- Treppen statt Aufzug
- eine kurze Yogaeinheit
- beim Telefonieren herumlaufen
- fünf Minuten Mobilisation nach langem Sitzen
- am Wochenende einen längeren Spaziergang
- Musik einschalten und dich zuhause bewegen
Regelmäßigkeit ist wesentlich wichtiger als Perfektion.
6Bekämpfe nicht jedes Tief mit Kaffee
15:30 Uhr.
Die Augen werden schwer.
Also Kaffee.
Eine Stunde später bist du immer noch müde.
Noch ein Kaffee.
Am Abend ist der Körper erschöpft, aber der Kopf erstaunlich wach.
Koffein kann Wachheit vorübergehend erhöhen. Wie lange Menschen darauf reagieren, ist allerdings sehr unterschiedlich.
Wenn du abends schlecht einschläfst oder dich trotz Müdigkeit lange wach fühlst, probiere deshalb einmal aus, deinen letzten Kaffee deutlich früher zu trinken.
Denn nicht jedes Nachmittagstief braucht Koffein.
Manchmal braucht es:
- Tageslicht
- Bewegung
- Wasser
- eine Mahlzeit
- eine echte Pause
- oder schlicht Schlaf
7Bring Regelmäßigkeit in deinen Schlafrhythmus
Unter der Woche klingelt der Wecker um sechs.
Samstag schläfst du bis elf.
Sonntag kannst du abends nicht schlafen.
Montag klingelt wieder um sechs der Wecker.
Und dein Körper fragt sich:
Was genau ist hier eigentlich der Plan?
Unsere innere Uhr profitiert von einer gewissen Regelmäßigkeit.
Das bedeutet nicht, dass du jeden Tag sekundengenau zur selben Uhrzeit schlafen musst.
Große Unterschiede zwischen Arbeitswoche und Wochenende können den Rhythmus aber erschweren.
Versuche deshalb:
- ungefähr zur selben Zeit aufzustehen
- morgens möglichst früh Licht zu bekommen
- tagsüber aktiv zu sein
- abends einen wiederkehrenden Übergang zu schaffen
Wenn dich Tageszeiten, Routinen und kleine Rituale interessieren, findest du in meinem Ayurveda Guide „Finde deinen natürlichen Rhythmus“ die Ayurveda-Uhr, Routinen, Workbook-Seiten und 15 ayurvedisch inspirierte Rezepte.
Ayurveda ersetzt natürlich keine medizinische Diagnostik. Ich mag den Ansatz hier vor allem als Inspiration für einen bewussteren Tagesablauf.
Ayurveda Guide ansehen →8Wenn aus „kurz ausruhen“ 90 Minuten Scrollen werden
Du bist müde.
Du setzt dich aufs Sofa.
Für etwas Anstrengendes hast du keine Energie mehr.
Also greifst du zum Handy.
Und eine Stunde später hat dein Kopf:
- Nachrichten gelesen
- Videos gesehen
- Kommentare verarbeitet
- Werbung gesehen
- Chats beantwortet
- zwischen unzähligen Themen gewechselt
Das fühlt sich nach Pause an.
Ist für den Kopf aber nicht unbedingt dasselbe wie Ruhe.
Besonders ungünstig wird es, wenn aus:
„Ich schaue noch fünf Minuten.“
regelmäßig:
„Warum ist es schon Mitternacht?“
wird.
Du musst dein Handy nicht komplett verbannen
Fang kleiner an:
- 30 Minuten vor dem Schlafengehen kein Social Media
- Handy nicht direkt neben dem Bett laden
- Benachrichtigungen abends reduzieren
- beim Essen handyfreie Zeit
- eine feste Offline-Zeit am Abend
Gerade wenn du merkst, dass aus Gewohnheit ständig der Griff zum Smartphone kommt, können feste Digital-Detox-Zeiten helfen, dieses automatische Muster überhaupt erst sichtbar zu machen.
9Verhindere das typische Nachmittags-Energieloch
Im Herbst verändern sich häufig auch unsere Essgewohnheiten.
Mehr warme Gerichte.
Mehr Süßes.
Mehr Snacks.
Mehr gemütliche Abende.
Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden.
Ungünstig wird eher ein Tag wie dieser:
- morgens kaum etwas essen
- mittags nur schnell etwas nebenbei
- nachmittags Kaffee und Süßigkeiten
- abends riesigen Hunger bekommen
Versuche deine Mahlzeiten so zusammenzustellen, dass sie möglichst gut sättigen.
Dazu können beispielsweise gehören:
- eine Proteinquelle
- Vollkornprodukte oder andere sättigende Kohlenhydratquellen
- Gemüse oder Obst
- Nüsse, Samen oder andere Fettquellen
Und vergiss etwas ausgesprochen Banales nicht:
Trinken.
Im Sommer erinnert uns Hitze automatisch daran. Im Herbst passiert das deutlich weniger zuverlässig.
10Vitamin D, Eisen, B12 und Magnesium: Was bei Müdigkeit wirklich relevant sein kann
Sobald im Herbst Müdigkeit auftaucht, dauert es im Internet meist nicht lange bis zum ersten:
„Du brauchst bestimmt Vitamin D.“
So einfach ist es nicht.
Müdigkeit ist ein sehr unspezifisches Symptom.
Ein Nährstoffmangel kann eine Rolle spielen. Er muss es aber nicht.
Deshalb solltest du bei länger anhaltender Erschöpfung nicht wahllos mehrere Präparate gleichzeitig kaufen.
🍁 Nährstoffe im Herbst: gezielt ergänzen statt wahllos einnehmen
Einige Nährstoffe haben nachweislich Funktionen im Energie-, Nerven- oder Blutstoffwechsel. Genau deshalb werden sie bei Müdigkeit häufig genannt.
In Deutschland ist die körpereigene Vitamin-D-Bildung über UV-B-Strahlung in den sonnenärmeren Monaten eingeschränkt.
Vitamin D trägt unter anderem zu einer normalen Funktion des Immunsystems, einer normalen Muskelfunktion und zur Erhaltung normaler Knochen bei.
Aber: Herbstmüdigkeit bedeutet nicht automatisch Vitamin-D-Mangel. Da Vitamin D fettlöslich ist, sollte es insbesondere in höheren Dosierungen nicht wahllos eingenommen werden.
WeightWorld Vitamin D3 ansehen →Eisen trägt zur normalen Bildung von roten Blutkörperchen und Hämoglobin, zum normalen Sauerstofftransport sowie zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
Ein tatsächlicher Eisenmangel kann deshalb mit ausgeprägter Müdigkeit einhergehen.
Gerade Eisen sollte aber nicht einfach vorsorglich eingenommen werden. Bei Verdacht auf einen Mangel ist eine gezielte Blutuntersuchung sinnvoll.
WeightWorld Eisen Bisglycinat ansehen →Vitamin B12 trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel, einer normalen Funktion des Nervensystems und zur normalen Bildung roter Blutkörperchen bei.
Außerdem trägt Vitamin B12 zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
Besonders aufmerksam auf die Versorgung achten müssen beispielsweise Menschen mit veganer Ernährung sowie Personen mit bestimmten Aufnahmeproblemen oder Erkrankungen des Magen-Darm-Bereichs.
WeightWorld Vitamin B12 ansehen →Magnesium trägt unter anderem zu einem normalen Energiestoffwechsel, einer normalen Muskelfunktion, einer normalen Funktion des Nervensystems sowie zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
Magnesium steckt beispielsweise in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen und verschiedenen Gemüsesorten.
Ein Präparat kann eine Ergänzung sein, wenn die Versorgung über die Ernährung nicht ausreichend ist oder ein entsprechender Bedarf besteht.
WeightWorld Magnesium Komplex ansehen →Ein Nahrungsergänzungsmittel ist keine pauschale Therapie gegen Müdigkeit. Bei länger anhaltender Erschöpfung ist es sinnvoller, mögliche Ursachen gezielt abzuklären. Besonders Eisen und hoch dosiertes Vitamin D gehören nicht dauerhaft auf Verdacht eingenommen.
Was kann außer einem Nährstoffmangel noch dahinterstecken?
Müdigkeit kann beispielsweise auch auftreten bei:
- Schlafmangel oder Schlafstörungen
- Infekten
- Schilddrüsenerkrankungen
- Blutarmut
- bestimmten Medikamenten
- dauerhaftem Stress
- psychischen Belastungen
- anderen körperlichen Erkrankungen
Deshalb gehört starke oder anhaltende Müdigkeit abgeklärt und nicht automatisch dem Herbst zugeschrieben.
11Mach aus elf Tipps eine einzige Herbst-Routine
Jetzt könntest du versuchen, ab morgen elf Dinge gleichzeitig perfekt umzusetzen.
Oder du machst etwas wesentlich Realistischeres:
Du baust dir eine kleine Herbst-Routine.
- Rollläden sofort öffnen
- Wasser trinken
- 5 bis 10 Minuten rausgehen
- nicht direkt im Handy versinken
- kurz nach draußen
- ein paar Minuten bewegen
- eine richtige Mahlzeit
- ausreichend trinken
- nicht automatisch Kaffee
- kurze Bewegungspause
- wenn möglich noch einmal Licht
- Licht langsam reduzieren
- Arbeit bewusst beenden
- Handy zwischendurch weg
- Wärme und Ruhe schaffen
Mein liebster Teil im Herbst: Wärme
Sobald es draußen kalt und früh dunkel wird, verändert sich auch mein Bedürfnis nach Wärme.
Für mich bedeutet Herbst deshalb nicht nur:
mehr Licht.
Sondern genauso:
bewusste Wärme und Rückzug.
Das muss nichts Spektakuläres sein.
- eine warme Dusche
- eine Wärmflasche
- eine weiche Decke
- ein warmer Tee
- ein Fußbad
- ein Abend ohne dauerndes Handy
Bei uns gehört inzwischen auch die Infrarotkabine dazu.
Gerade im Winter möchte ich sie nicht mehr missen.
Nicht, weil sie Herbstmüdigkeit „heilt“.
Sondern weil sie für mich einen ganz simplen Effekt hat:
Sie zwingt mich dazu, für eine Weile wirklich Pause zu machen.
Ich arbeite dort nicht nebenbei.
Ich räume nicht auf.
Ich erledige nicht schnell noch drei Dinge.
Ich sitze einfach in der Wärme.
Wenn du darüber nachdenkst, selbst eine Infrarotkabine anzuschaffen, lies zuerst meinen ausführlichen Erfahrungsbericht.
Dort findest du nicht nur die schönen Seiten, sondern auch die Punkte, die mich im Alltag stören und für wen ich eine Kabine eher nicht empfehlen würde.
Meine Erfahrung mit der Infrarotkabine →Wenn du dich noch fragst, ob für zuhause eine klassische Sauna oder eine Infrarotkabine sinnvoller ist, lies auch:
Vielleicht brauchst du nicht mehr Disziplin, sondern einen besseren Rhythmus
Gerade im Herbst entstehen schnell Gedanken wie:
„Ich bin momentan einfach so faul.“
„Warum schaffe ich nach Feierabend nichts mehr?“
„Im Sommer hatte ich viel mehr Energie.“
Aber Energie entsteht nicht ausschließlich aus Motivation.
Licht.
Schlaf.
Bewegung.
Stress.
Essenszeiten.
Pausen.
Gewohnheiten.
All das spielt zusammen.
Deshalb finde ich es wesentlich hilfreicher, den eigenen Rhythmus zu beobachten, statt sich mangelnde Disziplin vorzuwerfen.
Mein Ayurveda Guide „Finde deinen natürlichen Rhythmus“ verbindet Tageszeiten, Routinen, kleine Rituale, Workbook-Seiten und ayurvedisch inspirierte Rezepte.
Ayurveda Guide entdecken →Wann Müdigkeit nicht mehr einfach Herbstmüdigkeit ist
Ein paar träge Tage sind das eine.
Etwas anderes ist es, wenn Müdigkeit deinen Alltag deutlich beeinträchtigt oder über längere Zeit anhält.
Eine ärztliche Abklärung ist besonders sinnvoll, wenn beispielsweise:
- die Erschöpfung über Wochen sehr stark bleibt
- du trotz ausreichender Schlafzeit kaum leistungsfähig bist
- Schwindel hinzukommt
- du Atemnot oder ungewöhnliches Herzrasen bemerkst
- du ungewöhnlich stark frierst
- dein Gewicht sich ohne erkennbare Ursache deutlich verändert
- andere neue körperliche Beschwerden auftreten
- du dich über längere Zeit deutlich niedergeschlagen fühlst
- Freude und Interesse stark nachlassen
Herbstmüdigkeit oder saisonale Depression?
Auch diese beiden Dinge sollten nicht miteinander verwechselt werden.
Eine Depression mit saisonalem Muster ist nicht einfach eine stärkere Form von „Ich bin heute müde“.
Mögliche depressive Symptome können beispielsweise sein:
- anhaltend gedrückte Stimmung
- deutlich vermindertes Interesse oder Freude
- starker Antriebsmangel
- sozialer Rückzug
- Konzentrationsprobleme
- Veränderungen von Schlaf oder Appetit
- Gefühle von Wertlosigkeit oder Hoffnungslosigkeit
Wenn solche Beschwerden länger anhalten oder stark ausgeprägt sind, solltest du professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Eine saisonal auftretende Depression ist eine behandlungsbedürftige Erkrankung und keine normale Herbstmüdigkeit.
Die 11 Dinge gegen Herbstmüdigkeit auf einen Blick
- Morgens möglichst früh Tageslicht bekommen.
- Den Tag heller und den Abend ruhiger gestalten.
- Tageslichtlampen bewusst auswählen.
- Die Mittagspause für Tageslicht nutzen.
- Regelmäßig bewegen.
- Nicht jedes Energietief mit Kaffee bekämpfen.
- Den Schlafrhythmus möglichst regelmäßig halten.
- Abends weniger scrollen.
- Regelmäßig und ausgewogen essen und trinken.
- Nährstoffmängel gezielt statt auf Verdacht angehen.
- Eine einfache Herbst-Routine entwickeln, die wirklich in deinen Alltag passt.
FAQ: Häufige Fragen zur Herbstmüdigkeit
Warum bin ich im Herbst ständig müde?
Im Herbst verändert sich vor allem die Menge und der Zeitpunkt des Tageslichts, das wir bekommen. Viele Menschen verbringen gleichzeitig mehr Zeit drinnen, bewegen sich weniger und verändern ihren Schlafrhythmus. Müdigkeit kann jedoch auch medizinische Ursachen haben.
Wie lange dauert Herbstmüdigkeit?
Dafür gibt es keine festgelegte Dauer, weil Herbstmüdigkeit keine medizinische Diagnose ist. Hält starke Müdigkeit mehrere Wochen an oder beeinträchtigt sie deinen Alltag deutlich, solltest du mögliche Ursachen abklären lassen.
Welches Vitamin fehlt bei ständiger Müdigkeit?
Es gibt kein einzelnes Vitamin, dessen Mangel jede Müdigkeit erklärt. Unter anderem können Eisenmangel und Vitamin-B12-Mangel mit Müdigkeit einhergehen. Auch viele andere körperliche oder psychische Ursachen sind möglich.
Hilft Vitamin D gegen Herbstmüdigkeit?
Bei einem tatsächlichen Vitamin-D-Mangel kann eine gezielte Ergänzung sinnvoll sein. Daraus folgt jedoch nicht, dass Vitamin D bei jedem Menschen mit Herbstmüdigkeit hilft. Die körpereigene Vitamin-D-Bildung ist im Winterhalbjahr eingeschränkt, eine hoch dosierte Einnahme auf Verdacht ist trotzdem nicht sinnvoll.
Hilft Magnesium bei Müdigkeit?
Magnesium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Ein Nahrungsergänzungsmittel ist aber vor allem dann sinnvoll, wenn die Versorgung tatsächlich unzureichend ist oder ein erhöhter Bedarf besteht.
Kann Eisenmangel müde machen?
Ja. Eisen ist unter anderem für die Bildung roter Blutkörperchen und den Sauerstofftransport wichtig. Ein Eisenmangel beziehungsweise eine daraus entstehende Blutarmut kann ausgeprägte Müdigkeit verursachen. Eisen sollte jedoch nicht vorsorglich dauerhaft hoch dosiert eingenommen werden.
Hilft eine Tageslichtlampe gegen Herbstmüdigkeit?
Helles Licht beeinflusst den Schlaf-Wach-Rhythmus. Lichttherapie wird auch medizinisch bei Depressionen mit saisonalem Muster eingesetzt. Eine therapeutische Anwendung sollte jedoch nicht mit einer gewöhnlichen Wohnraumlampe gleichgesetzt werden. Lichtstärke, Abstand, Zeitpunkt und Nutzungsdauer spielen eine Rolle.
Was hilft morgens schnell gegen Herbstmüdigkeit?
Ein einfacher erster Schritt ist, möglichst schnell nach dem Aufstehen Licht zu bekommen. Öffne Vorhänge und Rollläden und geh, wenn möglich, für einige Minuten nach draußen. Etwas Bewegung kann zusätzlich helfen, in den Tag zu kommen.
Wann sollte ich mit Müdigkeit zum Arzt?
Wenn die Müdigkeit ungewöhnlich stark ist, über mehrere Wochen besteht, trotz ausreichendem Schlaf nicht besser wird oder weitere Beschwerden hinzukommen, solltest du sie medizinisch abklären lassen. Das gilt auch bei länger anhaltender Niedergeschlagenheit oder starkem Interessenverlust.
Fazit: Du musst den Herbst nicht gegen deinen Körper gewinnen
Der Herbst verändert unseren Alltag.
Es wird später hell.
Früher dunkel.
Wir verbringen mehr Zeit drinnen.
Wir bewegen uns häufig weniger.
Und abends sieht das Sofa plötzlich ziemlich verlockend aus.
Du musst deshalb nicht aus deinem Herbst ein neues Selbstoptimierungsprojekt machen.
Fang klein an:
🍁 Mittags kurz raus.
🚶 Jeden Tag ein bisschen bewegen.
☕ Kaffee nicht bis zum Abend.
📱 Abends weniger Reize.
🌙 Möglichst regelmäßig schlafen.
Beobachte, was sich dadurch verändert.
Und wenn die Müdigkeit ungewöhnlich stark bleibt, nimm sie ernst, statt sie einfach dem November in die Schuhe zu schieben.
Vielleicht brauchst du gerade nicht mehr Disziplin.
Vielleicht braucht dein Körper einfach wieder deutlichere Signale dafür, wann Tag ist, wann Bewegung dran ist und wann der Abend wirklich beginnen darf.
Robert Koch-Institut: Informationen und häufig gestellte Fragen zu Vitamin D und zur saisonalen körpereigenen Vitamin-D-Bildung.
Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression: Empfehlungen und Einordnung der Lichttherapie bei Depressionen mit saisonalem Muster.
Die Aussagen zu Magnesium, Eisen und Vitamin B12 beziehen sich auf zugelassene ernährungsbezogene Angaben zu ihren normalen physiologischen Funktionen. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung und keine medizinische Abklärung einer länger anhaltenden Müdigkeit.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
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